Dem Pferd ist der Rummel zu viel

Der Regen prasste noch nicht so stark vom Himmel, als Sankt Martin (Tina Hindennach) seinen Mantel für den Bettler (Leon Hammer) in Zwei teilte. Traditionell wurde in Eutingen am Samstag, 11. November das Martinsfest mit -Spiel umgesetzt. Zahlreiche Gottesdienstbesucher nahmen die Messe mit Pfarrer Beda Hammer in der Sankt Stephanus Kirche wahr. Musikalisch gestalteten Erzieherinnen des Kindergartens diese. Die Fürbitten wurde vom Kindergarten Sankt Georg aus Eutingen vorgetragen, während das Kinderhaus „Fantadu“ Eutingen eine Klanggeschichte zur Martinsgeschichte und Mantelteilung präsentierte. Draußen nahm der Regen etwas zu, trotzdem liefen zahlreiche Kinder und Verwandte mit ihren Laternen von der Bahnhofstraße über den Brühl-Weg zum Feuerwehrgerätehaus. Begleitet wurden sie von der Eutinger Musikkapelle, die Lieder wie „Laterne“ oder „Sankt Martin“ spielte. Die Feuerwehrabteilung Eutingen sorgte für die Absperrung der Strecke, der DRK Ortsverein Eutingen für die Erstversorgung. Am Feuerwehrgerätehaus wartete bereits Leon Hammer erstmals in seiner Rolle als Bettler. „Das Kindergartenteam hat mich gefragt und ich hab ja gesagt“; erklärte der Eutinger, dass seine Schwester Mia das Kinderhaus besuche. Mit einem in einen Sack gehüllten Styroporkissen wartete er vor dem Feuerwehrgerätehaus auf den Beginn des Spiels. Die Jugendfeuerwehr-Kameraden Neo, Moritz und Melvin sorgten für die Absperrung im vorderen Bereich. Tina Hindennach führte mit Gebhard Kreidlers Stute Kepherine den Laternenumzug an. Als alle am Feuerwehrgerätehaus ankamen, war der Stute der Rummel scheinbar zu viel. Da half auch das gute Zureden von Tina Hindennach nicht. Lewin Hindennach und Marc Hammer mussten Kepherine zum Bettler führen. Dieser saß ganz ruhig auf dem Boden. „Da sitz ich nun, ich armer Mann und hab nur alte Lumpen an“, klagt der 14-Jährige. Martin erkannte die Not und ging auf den Bettler zu: „Du bist so elend und so bleich, doch warte nur, ich helf dir gleich.“ Er stieg vom Pferd, teilte seinen roten Mantel und gab diesen dem Bettler. „Jetzt frier ich nicht mehr, welch ein Glück, wie gibt es warm, dein Mantelstück“, freute sich der Bettler. Er fragte, wie er danken könne, worauf Martin erklärte, dass man Armen helfen müsse und Liebe weiterschenken sollte. Getreu diesem Motto sprach der Bettler alle Kinder an, ihre Spendentüten in seinen Korb zu werfen. Der Erlös in Höhe von 300,30 Euro kommt der Lebenshilfe Horb-Sulz zugute. Jedes Kind bekam als Belohnung fürs gute Zuhören noch eine kleine Schokolade. Viel Lob erhielt auch Leon Hammer, der seine Rolle mit Bravour gemeistert hatte. Er merkte an, dass ihm die Rolle Spaß gemacht habe. Bisher hatte Abteilungskommandant Tobias Plaz Jahrzehntelang den Bettler gespielt und nun seine Rolle an die Jugend weitergegeben. Er schaute im Feuerwehrgerätehaus nach der Umsetzung der Bewirtung, denn die Jugendfeuerwehr verköstigte zahlreiche Gäste. Im Inneren des Feuerwehrgerätehauses ließ es sich noch lange aushalten.

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Bericht aus dem Schwarzwälder Bote von Alexandra Feinler